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Ge(h)danken von Ulrich
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Spaziergänge durch das Leben von Ulrich Pleitgen. Autobiographisches ohne Handlung: Mein Leben findet im Gleichmaß statt. Meine Filme und Theaterstücke sind aufregender als die „Aufführungen“, die ich in meinem Leben veranstalte. Aber es bleibt eine Essenz von Begegnungen, von Gelesenem, Erlebtem und Verpasstem - Gedankenbriketts, gepresst aus Tonnen von Kohlenstaub.
Kalte Zeiten
Früher war mehr Wärme unter den Menschen. Wann früher? Im Mittelalter, als die Menschen Hexenverbrennungen wie Volksfeste feierten? In der Biedermeierzeit, als die Bürger in ihren stilvollen Zimmern zurückgezogen lebten und zusahen, wie Menschen verfolgt wurden, die für soziale und politische Veränderungen eintraten? In der Nazizeit, als ein großer Teil unseres Volkes zusammenhielt gegen einen kleineren Teil unseres Volkes: Juden, Sinti, Roma, Sozialdemokraten, Kommunisten, Schwule? Gab´ s da mehr Wärme? Die Zeiten sind kalt - geworden? Sie waren immer kalt. Das sentimentale Klagen über die goldene Vergangenheit ist absurd und unhistorisch. Natürlich rücken die Menschen in Notzeiten näher zusammen. Gegenseitige Hilfe ist lebensnotwendig und wird in der Erinnerung als Menschlichkeit glorifiziert, und dann heißt es: "Früher war mehr Wärme unter den Menschen." Es gibt nur eins: kein Klagen über den Verlust von Wärme, sondern aufstehen und Wärme geben: Jetzt! Heute!
(veröffentlich in: Das Neue)
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Archiv (in Arbeit)
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